Vorfälle in hauptstädtischem Foyer scolaire: Die richtigen Lehren ziehen!
Dieser Tage wurde ein Zwischenfall bekannt, laut dem in einem ‚Foyer scolaire‘ der Stadt Luxemburg, Kinder mittels Klebeband an einen Stuhl festgebunden wurden, um sie ruhig zu stellen. Es geht uns nicht darum, diese oder ähnliche Zwischenfälle zu entschuldigen; doch muss gefragt werden, wie es dazu kommen konnte: Warum ist das Personal bestimmter Kinderbetreuungsstrukturen derart überfordert? Warum erhält das betroffene Personal in besonders schwierigen Situationen nicht die notwendige Hilfe?
Die Personaldelegation der Stadt Luxemburg weist seit Jahren auf den chronischen Personalmangel in den ‚Foyers scolaires‘ hin, der durch die Einführung der ‚Chèques services – accueil‘ noch verschärft wurde. Ebenfalls seit Jahren wird die konkrete Unterstützung des Erziehungspersonals in schwierigen Situationen gefordert, vor allem im Hinblick auf die Betreuung von Kindern mit spezifischen Bedürfnissen. Doch anstatt die Personaldecke den dringenden Bedürfnissen anzupassen und die notwendige Unterstützung des Personals zu gewährleisten, versuchen die Verantwortlichen der Stadt Luxemburg weiterhin zusätzliches Personal einzusparen!
Auch von Seiten der Regierung wird durch verschiedene Maßnahmen versucht im Bereich der Kinderbetreuung zu sparen. So werden pädagogisch sinnvolle Betreuungsstrukturen zu bloßen Verwahrstätten degradiert; soziale und erzieherische Probleme werden nicht gelöst, sondern verschleppt und verschlimmert.
Nur wenn die Kinderbetreuungsstrukturen die nötigen Mittel für eine pädagogisch sinnvolle Erziehung erhalten, kann die qualitativ hochwertige Betreuung gewährleistet werden, auf die jedes Kind - unabhängig von seiner Herkunft und dem Einkommen seiner Eltern - ein Anrecht hat.
Die Stadt Luxemburg gibt vor, die notwendigen Konsequenzen aus dem bedauerlichen Vorfall zu ziehen. Einigen Mitarbeitern wurde gekündigt, für andere wurden Disziplinarmaßnahmen in die Wege geleitet und die die Staatsanwaltschaft wurde mit einer Untersuchung befasst. So hofft man wohl an gehobener Stelle die Hände in Unschuld waschen zu können …
Wenn aber parallel dazu das Personaleffektiv weiterhin konsequent unterbesetzt bleibt und das Personal nicht bedarfsorientiert unterstützt wird, kann sich nichts verbessern - dann sind die nächsten Zwischenfälle vorprogrammiert, ob sie nun öffentlich werden oder nicht!
Mitgeteilt vom FNCTTFEL-Landesverband am 29. Januar 2010





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