Landesverband zu Gesprächen beim Nachhaltigkeitsminister Claude Wiseler
Am 16. Juni 2010 weilte eine Delegation des FNCTTFEL-Landesverbandes beim Nachhaltigkeitsminister Claude WISELER, um den Investitionsplan der Regierung in Sachen öffentlicher Transport zu erörtern.
Der Minister teilte mit, für das Jahr 2010 stünden, ähnlich wie in den Jahren 2008 und 2009, 800 Millionen € zur Verfügung, um im Transportbereich zu investieren. Da heiße es natürlich, Prioritäten zu setzen, aber die Regierung sei noch immer gewillt, den Investitionen in den öffentlichen Transport Vorzug zu gewähren.
Im Klartext heißt dies, die Eisenbahnstrecke Luxemburg – Petingen werde auf ihrer gesamten Länge bis 2012 zweigleisig ausgebaut. Die Linie Luxemburg – Bettemburg genießt nach dem Willen der Regierung auch absoluten Vorrang, und deren Ausbau soll ab 2014, wenn möglich auch früher, in Angriff genommen werden. Der Neubau der CFL-Werkstätten (CRM) in Luxemburg wird, wie geplant weitergeführt werden. Auf der Nordstrecke wird die Ausweichstelle Michelau auch realisiert werden. Auch die nötigen Investitionen in die multimodale Plattform in Bettemburg werden durchgeführt.
Für den Landesverband ist eine zweite Ausweichstelle auf der Nordstrecke zwischen Clerf und Ulflingen absolut notwendig, und das Luxemburger Ministerium müsse unbedingt zu seinem belgischen Homologen Kontakt aufnehmen, um die notwendigen Verbesserungen auf dem belgischen Teil der Nordstrecke zu bewirken. Die Strecke Luxemburg – Lüttich ist und bleibt ein wichtiges Bindeglied zwischen dem TGV-Est und dem Thalys (TGV-Verbindungen nach Norddeutschland und den Niederlanden).
Andere Projekte müssten nach den Worten des Ministers wegen der krisenbedingten Haushaltslage bis nach 2014 oder noch bis später zurückgestellt werden.
Auf Druck des Landesverbandes machte der Minister unmissverständlich klar, dass das Trambahnprojekt für die Stadt Luxemburg nicht endgültig auf Eis gelegt, sondern bis 2014 zurückgestellt sei. Die Planungen für die Tram gehen weiter damit nach diesem Datum mit der Bauphase begonnen werden kann. Der Landesverband verlangt auch weiterhin den Bau und den Betrieb der Tram in öffentlicher Hand.
Die eisenbahntechnische Anbindung des Flughafens Findel und des Kirchbergs seien auch keineswegs vergessen, als ein wichtiger Eckpfeiler zur Realisierung des Verkehrskonzepts Modalsplit, muss aber auch wegen der aktuellen Finanzlage um zwei Jahre verschoben werden.
Der Landesverband machte dem Minister klar, dass all diese Investitionsprojekte nicht fallen gelassen werden dürfen, denn sie sind auch ein Mittel, um sowohl im privaten wie im öffentlichen Sektor Arbeitsplätze zu schaffen und so die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Zudem sind Investitionen in den öffentlichen Transport ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. So bedauert der Landesverband die verschiedenen Sparmaßnahmen, begrüßt aber den Willen des Ministers dem öffentlichen Transport im vorgeschlagenen Investitionsplan Priorität zu gewähren.
Allgemein fordert der Landesverband eine Verbesserung des Angebots im öffentlichen Transport, besonders durch den Ausbau der Park & Ride – Parkplätze an den Bahnhöfen im ganzen Land. Auch Geisterbahnhöfe, ohne Personalbesetzung und Fahrkartenschalter, dienen der Angebotsqualität und der Sicherheit für die Reisenden nicht und werden vom Landesverband abgelehnt.
Auch wurde die geplante Einstellung des Personenverkehrs auf der Zugstrecke Nörtzingen – Rümelingen angesprochen. Der Landesverband verdeutlichte, er werde diese Einstellung nicht hinnehmen und forderte ein verbessertes, kundenorientiertes Zugangebot, z.B. durch Direktzüge zwischen dem Kayltal und Luxemburg. Der Minister betonte, es sei noch keine definitive Entscheidung seitens des Ministeriums gefallen, und in dieser Sache sei die CFL-Direktion besonders gefordert.
(Mitgeteilt vom FNCTTFEL-Landesverband am 18. Juni 2010)




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