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Landesverband

Editorial, Guy Greivelding: „Zesumme staark“ bringt Erfolg

Guy GreiveldingWir danken allen Kolleginnen und Kollegen, die am 12. März am Protespiquet in Esch/Alzette teilnahmen, um der Generaldirektion der CFL cargo klar zu machen, dass sie mit ihrem gefahrenen Kurs die aus der im Jahre 2005 als ein Resultat der Eisenbahntripartite entstandenen Frachtgesellschaft gegen die Wand fährt. Das Benehmen der Generaldirektion in Sachen Sozialdialog und das Auftreten des mit der Restrukturierung beauftragten Konsulenten, der sich immer mehr im Betrieb verselbstständigte, konnten einfach nicht mehr hin genommen werden.

Die gezeigte rote Karte trug ihre Früchte, auch wenn wir höllisch aufpassen müssen, dass die Generaldirektion der Frachtgesellschaft nicht doch versucht im Laufe der Zeit die erzwungenen Zugeständnisse wieder zu missachten. Mit unserer Aktion erreichten wir, dass die Aufgabe des Konsulenten auf die Optimierung des Prozesses der Planifizierung, die bis zum 30. Juni 2010 abgeschlossen sein soll, zurück geschraubt wurde. Auch wurde klargestellt, dass der Sozialdialog und das Restrukturierungsprojekt, wobei die angepeilte Zahl von 394 Mitarbeitern kein Dogma mehr sein darf, ausschliesslich Aufgabe der Generaldirektion sei. Das Restrukturierungsprojekt wurde in dem Sinne neu definiert, dass die geplanten Etappen zuerst mit der Personaldelegation diskutiert und dann erst umgesetzt werden können. Die Rückkehr von CFL-Beschäftigten in die Muttergesellschaft soll davon abhängig gemacht werden, auch wenn die der Frachtgesellschaft zur Verfügung gestellten CFL-Beschäftigten so schnell wie möglich wieder in die Muttergesellschaft zurück kehren wollen, weil die Kultur in der CFL cargo keineswegs der eines geprobten Eisenbahnunternehmens entspricht. Stress, Murks, Hetze, lasche Anwendung der Sicherheitsregeln, unterbesetzte Schichten, zum Teil auch diffamierende Äusserungen und Missachtung des Personals stehen an der Wiege dieses Willens so schnell wie möglich in die CFL reintegriert zu werden.

Noch sind wir nicht auf der gewonnenen Seite. Wir werden die Entwicklung aufmerksam verfolgen, Fehltritte sofort ausmachen und auch dementsprechend zu reagieren wissen, wobei die Generaldirektion von CFL cargo wissen soll, dass eine nächste gewerkschaftliche Aktion nicht noch ein Protestpiquet sein wird.

Die von der Muttergesellschaft CFL vorgetragenen Überlegungen für Sparmassnahmen veranlassten uns in der Sitzung des Verwaltungsrates am vorigen Montag zur Stimmenthaltung beim Betriebsbudget. Einer Schliessung für den Personenverkehr der Strecke Noertzingen-Rümelingen können wir niemals zustimmen. Wir werden uns hier genauso wehren wie vor Jahren, als wir uns für den Erhalt, die Modernisierung und die Elektrifizierung der Nordstrecke einsetzten und uns auch gegen eine Verlagerung der Südstrecke wehrten. Hätten wir das damals nicht getan, wäre heute kein Bahnhof Belval-Université gebaut worden. Auch soll hervorgehoben werden, dass in einer Zeit wo wir uns gegen eine Erwärmung der Erde wehren und auch die Eisenbahn als wirklich das Transportmittel des 21. Jahrhunderts gepriesen wird, ein solcher Vorschlag in die falsche Richtung geht. Dasselbe gilt für die Überlegungen der Generaldirektion über den Weg einer Analyse die Fahrkartenschalter zum Teil über Land zu schliessen. Wir meinen, dass der Fahrgast ein Recht auf Qualität respektive Sicherheit hat und dabei die Besetzung der Bahnhöfe eine grosse Rolle spielt. Phantombahnhöfe, so wie der frühere Transportminister Lucien Lux sich ausdrückte, stehen im Widerspruch zu allen Anstrengungen den öffentlichen Personenverkehr auf der Schiene attraktiver zu gestalten.  

Genauso vehement wehren wir uns gegen die Absichten, die Automatismen bei der Beförderung in der I- und A-Laufbahn zurückzuführen. Will die CFL-Generaldirektion unbedingt auch ein Piquet und mehr haben?

Der von der ETF ausgehende europäische Aktionstag der Eisenbahner unter dem Motto „Für gute Bahnen und faire Jobs’’ am kommenden 13. April wird uns Gelegenheit geben unseren Protest gegen eine Zerschlagung von gut funktionierenden Eisenbahnsystemen öffentlich zu bekunden.

Zwanzig Jahre Liberalisierung haben in Europa über 800.000 Arbeitsplätze im Eisenbahnsektor vernichtet. Aber nicht nur das: die Arbeits- und Sozialbedingungen sowie die Arbeitnehmerrechte der Eisenbahnbeschäftigten wurden drastisch verschlechtert. Und der Spuk soll weitergehen. Die letzten integrierten Eisenbahnunternehmen sollen zerschlagen werden. Ein bisher gut funktionierendes Eisenbahnsystem soll vollends auf dem Altar des ungezügelten Wettbewerbs geopfert werden.

Das können wir uns nicht bieten lassen. Endlich muss es Schluss sein mit dieser neoliberalen Politik der Kaputtmacherei. Zusammen mit der ETF fordern wir ein Stopp der Liberalisierungs- und Fragmentierungspolitik. Mehr Investitionen in nachhaltigen Verkehr und auch in die Bahninfrastruktur und das rollende Material, mehr Finanzierung in öffentliche Dienstleistungen, keine Stillegung von Bahnstrecken und keine Privatisierung der Eisenbahnen sind unsere Forderungen. Am 13. April werden wir einmal mehr die Politiker und die Bahnverantwortlichen mit unseren Forderungen für eben gute Bahnen mit fairen Jobs wach rütteln. Und auch den Bahnbenutzern  wollen wir mit unseren Forderungen ein Vorsprecher für qualitative hochwertige Dienstleistungen im Eisenbahnverkehr sein.

Alle auf am 13. April um 16.00 Uhr zu dieser Kundgebung, die wir zusammen mit den Gewerkschaften aus der Grossregion   auf dem Bahnhofsvorplatz in der Hauptstadt durchführen . Die Geschichte lehrt uns, dass sich Kämpfen noch immer gelohnt hat.    

  

Guy GREIVELDING

 

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