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Sektor Eisenbahnen

Sommerloch?!

Die Schulen haben ihre Türen für mindestens 2 Monate geschlossen. Schüler und Studenten erholen sich vom Lernstress und diejenigen die das Abitur geschafft haben, werden sich zumindest eine Zeitlang auf ihren Lorbeeren ausruhen dürfen. Alle anderen dürfen sich auf mehr oder weniger lange Ferien freuen. Die Presseleute entwickeln gewisse Ängste vor dem gefürchteten Sommerloch und der sogenannten Saure-Gurken Zeit und für viele wird sich keine besondere Änderung ihres Tagesrythmus’ einstellen. Die weltweite Krise hat Luxemburg erreicht und ist in den Köpfen der Leute angekommen. Die Auswirkungen sind deutlich zu spüren. Villeroy und Quatena machen den Laden dicht und streben in die Randgebiete Europas; das neue Europa; wo fette Profite winken und die Humanressource billig und willig ist.

Der weltgrößte Stahlproduzent fährt seine Anlagen unter Profitniveau und greift gerne auf die vielen Möglichkeiten, die der Staat zur Krisenbewältigung bereitstellt, zurück. Alle warten auf ein Ende der Durststrecke und keiner will auf welche Weise auch immer verantwortlich gemacht werden. Hoffentlich packt Bernard Madoff nicht doch noch aus. Der Schaden und hier geht nicht die Rede von den Milliardenverlusten, welche seinem System zugeschrieben werden, wäre für die Systemwächter verheerend. Doch zurück zum gefürchteten Sommerloch, das es so schon längere Zeit nicht mehr gibt.

Das politische Sommerloch wird wohl dieses Jahr nicht zustande kommen. Dafür sorgen die auf Hochtouren laufenden Koalitionsgespräche und die, wenn auch spärlich, fließenden Informationen, die ob ihrer Tragweite viel Diskussions- und, wer weiß auch, Zündstoff liefern und wohl noch liefern werden. Wir werden die Entwicklung sehr aufmerksam verfolgen.

Bei der Bahn wird es so oder so kein Sommerloch geben. Auch wenn viele sich in die wohlverdienten Ferien verabschieden werden. Einige müssen daheim bleiben und den alltäglichen Betrieb aufrechterhalten. Und müssen dafür vielleicht sogar auf den Urlaub verzichten, den andere sich großzügig gewähren. Der bei der klassischen Bahn verbliebene Personentransport mit Wartung und Reparatur ist relativ konjunkturunabhängig. Momentan stellt die Bahn im Verhältnis gesehen mehr Leute ein als alle anderen in Luxemburg tätigen Betriebe. Und das ist auch gut so! Denn die Sünden der Vergangenheit sind noch lange nicht ausgemerzt. Zu viele Kolleginnen und Kollegen haben auch heute noch unter den Konsequenzen einer verfehlten Transportpolitik zu leiden.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass es auch weiterhin in die richtige Richtung geht.

Etwas anders sieht die Sache bei CFL cargo aus. Hier hat die Krise am Stahlmarkt mit voller Wucht eingeschlagen und riskiert ein Trümmerfeld zu hinterlassen. Minus 42% Fracht insgesamt. Das sind erschreckende Zahlen. Mit diversen Mitteln versucht die Cargo-Chefetage gegen zu steuern. Der Vorschlag nicht statutarische Cargo Lokführer an die Muttergesellschaft auszuleihen, scheiterte am Widerstand der Belegschaft und der Gewerkschaften. Eine versteckte Filialisierung des schienengebundenen Personenverkehr konnten und wollten wir nicht verantworten. Auch wenn es einiger Überzeugungskraft bedurfte um unsere christlichen Brüder und Schwestern in dieser Frage mit ins Boot zu bekommen.

Eine Aufweichung der kollektivvertraglich geregelten Bestimmungen kann und wird es mit uns auch nicht geben. Ganz nach dem Motto „Mir bezuelen är Kris nët“. Dabei bleibt es. Auch dann wenn uns mangelndes Verständnis und Feingefühl vorgeworfen wird. Im Rahmen der betrieblichen Anpassungen an die Stremler-Methoden; das Stremler Projekt soll die CFL cargo auf eine ganz neue Basis stellen; wurden, wie könnte es anders sein, natürlich auch die Arbeitsbedingungen und Dienstplangestaltung einer tiefgreifenden Analyse unterzogen. Bislang sind außer einem geplanten massiven Abbau von Arbeitsplätzen keine aus der vorgenannten Analyse resultierenden Erkenntnisse bekannt. Aber auch hier und das wurde bei der Präsentation des Projekts in Bettemburg deutlich, werden für uns die Interessen der Belegschaft ganz unzweideutig vor den ökonomischen Überlegungen der Chefetage stehen. Ansonsten die Glaubwürdigkeit der Gewerkschaftsarbeit als solche in Frage zu stellen wäre. Der Cargo Chefetage stünde es auch gut zu Gesicht sich weitere Standbeine zu suchen statt sich auf Gedeih und Verderb an den doch relativ launischen Grosskunden ARCELOR MITTAL zu ketten. Diversifizierung nennt man/frau so etwas.

Und schlussendlich könnte und sollte die Muttergesellschaft, welche immerhin 2/3 des Kapitals an CFL cargo hält, aktiv werden und gestalterisch mitwirken.

Kein Sommerloch also!

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