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Sektor Eisenbahnen

Eisenbahnsicherheit darf Sparpolitik nicht zum Opfer fallen

Keine(n) einzige(n) Eisenbahner/in in der ganzen Welt lässt ein Zugunglück – insbesondere von dem Ausmaß wie am letzten Montag in Hal (B) – unberührt. Deshalb hat der FNCTTFEL-Landesverband noch am selben Tag in einem Schreiben den belgischen Eisenbahnerkollegen/innen, den Opfern und ihren Familien sein tiefstes Mitgefühl ausgedrückt.

Zusammenstoss von zwei Personenzügen am 15. Februar 2010 in Hal (B)Ohne den Untersuchungen der belgischen Staatsanwaltschaft vorgreifen zu wollen, stellt sich die höchst wichtige Frage nach den Ursachen einer solchen Katastrophe; war es allein menschliches Versagen oder waren fehlende, mangelhafte bzw. ungenügende Sicherheitssysteme die eigentliche Ursache für die Kollision der beiden Personenzüge. Wurde zu viel in Prestigeprojekte und zu wenig in Sicherheitssysteme investiert? Ist der Leistungsdruck zu hoch? Was muss geschehen um die Bahn sicherer zu machen? Fragen, die einer schnellen Antwort bedürfen.

Insbesondere seit dem Unglück von Pécrot (B) vor 9 Jahren weisen die belgischen Eisenbahnergewerkschaften auf Mängel und gar das Fehlen von Sicherheitsanlagen hin. Dabei wurde ebenfalls zunehmender Stress und Arbeitsaufwand, das nicht Gewähren von Ruhe- oder Urlaubstagen wegen Personalmangel, kritisiert, da sich diese negativ auf die Eisenbahnsicherheit ausweisen. Die Gewerkschaften wurden nicht müde, auf diese Missstände hinzuweisen, aber in einem neoliberalen Wirtschaftsumfeld stoßen sie bei den Verantwortlichen, die vorrangig Kostenersparnis vor Augen haben, allzu oft auf taube Ohren.

Deshalb erklärt der FNCTTFEL-Landesverband sich solidarisch mit den gewerkschaftlichen Aktionen, mit denen ihre belgischen Kollegen auf die bestehenden Missstände hinweisen.

Noch ist die Eisenbahn das sicherste Transportmittel der Welt. Und derartige Unfälle, sowie Sicherheitsmängel dürfen nicht einfach hingenommen werden.

In Luxemburg wurde seit zwei schweren Zugunfällen in den neunziger Jahren, in Howald und Luxemburg-Hollerich, ebenso wie nach dem Unglück von 2006 in Zoufftgen, viel in die Sicherheit des Eisenbahnwesens investiert und das CFL-Netz wird derzeit mit dem modernsten verfügbaren Sicherheitssystem ETCS ausgerüstet. Dabei bedurfte es des massiven Drucks seitens der Eisenbahnergewerkschaften, insbesondere des FNCTTFEL-Landesverbandes, und auch zahlreicher gewerkschaftlicher Aktionen, um die Verantwortlichen aus der Politik und den Chefetagen der CFL zum Handeln zu bewegen.

Gerade jetzt, wo von Sparprogrammen die Rede ist, müssen wir darauf hinweisen, dass nicht auf Kosten der Sicherheit gespart werden darf. Vielmehr müssen  die Sicherheitsanlagen im Eisenbahnbetrieb stetig ausgebaut und der Entwicklung  der  technischen Standards angepasst werden.

Auch die Arbeitsbedingungen der Eisenbahner lassen weiterhin zu wünschen übrig. Der FNCTTFEL-Landesverband verlangt, dass die festgelegten Bedingungen strikt eingehalten werden. Verschiedene Personalbestände müssen mit Personal aufgefüllt werden, damit Rückstande bei Ruhe- und Urlaubstagen abgebaut werden können. Auch bei der Schulung, der Aus- und Weiterbildung des Bahnpersonals darf auf keinen Fall gespart werden. Wenn all diese Elemente verwirklicht sind, wird die Sicherheit im Eisenbahnwesen auf den höchst möglichen Stand gebracht, um Katastrophen wie in Hal zu vermeiden, und den Reisenden ein sicheres und angenehmes Reisen mit der Bahn zu gewährleisten. Dies ist auch das Bestreben des FNCTTFEL-Landesverbandes; dafür kämpfen wir und setzen wir uns ein – jeden Tag!

(Mitgeteilt vom FNCTTFEL-Landesverband am 17. Februar 2010)

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