Schwarzer Tag für die Eisenbahner
Erschreckend hoch fielen die Urteile im tragischen Eisenbahnunfall von Zoufftgen gegen die Eisenbahnerkollegen aus. Unsere Gedanken waren selbstverständlich auch bei den Opfern und ihren Familien. Wir können nur hoffen, dass sich ein derartiger Unfall nie mehr wiederholt.
Nicht zu leugnen ist, dass sich durch diese Urteile die im Betriebsdienst beschäftigten Kolleginnen und Kollegen verunsichert fühlen. Sie leben mit dem Gefühl, dass bei dem geringsten Zwischenfall, sie als Alleinschuldige gebrandmarkt werden.
Unverständlich ist für uns, dass bei Unfällen oder Zwischenfällen die Schuld jeweils bei den Lampisten gesucht wird und die Unternehmensverantwortlichen ihre Hände in Unschuld waschen.
Die Auffassung der CFL-Generaldirektion, dass es sich hier um Urteile gegen Privatpersonen handelt, können wir nicht gelten lassen. Den Stellwerksbediensteten sind in der Ausübung eines öffentlichen Auftrages Fehler unterlaufen. Anstatt die Bettemburger Kollegen, vorzuverurteilen, wie dies in einem Zeitungsinterview vor Prozessbeginn geschehen ist, hätten wir uns mehr Unterstützung von Seiten der CFL-Generaldirektion für die Angeklagten und für die Stellwerksbediensteten im Allgemeinen erwartet.
Vor allen anderen betriebswirtschaftlichen Überlegungen muss die Eisenbahnsicherheit absolute Priorität vor der Pünktlichkeit haben. Wir können allen im Betriebsdienst Beschäftigten nur empfehlen, Dienst nach Vorschrift zu machen und sich nicht von übereifrigen Managern drängen zu lassen.
Wir erinnern daran, dass wir nach dem Unfall von Zoufftgen der Generaldirektion eine ganze Reihe von Forderungen zur Verbesserung der Sicherheit unterbreiteten, von denen noch immer welche auf ihre Umsetzung warten.
So lässt eine verbesserte Ausleuchtung des Streckenabschnittes zwischen der Grenze und Thionville, welche in das normale Blickfeld des Fahrdienstleiters zu rücken ist, noch immer auf sich warten. Auch die von uns geforderte Überlappung der Anwesenheitszeiten der Stellwerksbediensteten beim Schichtwechsel wurde bislang abgelehnt.
Wir erwarten, dass alle diese Forderungen kurzfristig umgesetzt werden.
Wir haben eine dringende Unterredung mit dem CFL-Generaldirektor angefragt, in der wir neben unseren Forderungen zur weiteren Verbesserung der Betriebssicherheit auch die Generaldirektion anhalten, sich ernsthaft um die Motivation der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner zu bemühen.
Wir werden die Kolleginnen und Kollegen des Betriebsdienstes nicht im Regen stehen lassen.
(Mitgeteilt vom FNCTTFEL-Landesverband am 30. Januar 2009)





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